Dachpappe & Bitumen

Bitumenwellplatten: Besteht ein Asbestverdacht?

10.10.2026 6 Min. Lesezeit

Woher der Verdacht kommt

Woher der Verdacht kommt

„Auf dem Gartenhaus liegen Wellplatten – ist da Asbest drin?“ Diese Frage bekommen wir oft, und sie ist berechtigt. Die Antwort hängt davon ab, aus welchem Material die Platten sind.

Bitumenwellplatten – im Handel meist unter Markennamen wie Onduline oder Ondex bekannt – bestehen aus organischen Fasern, überwiegend Zellulose, die mit Bitumen getränkt und unter Druck in Wellenform gepresst werden. Asbest war darin nie enthalten. Das gilt auch für alte Platten.

Der Verdacht entsteht durch eine Verwechslung: Auf Garagen, Carports und Schuppen liegen daneben seit Jahrzehnten Faserzement-Wellplatten – umgangssprachlich Eternit. Und die enthielten bis zum deutschen Asbestverbot 1993 tatsächlich Asbestfasern.

Von unten, verwittert und bemoost, sehen beide Typen ähnlich aus: gewellt, grau-braun, großflächig. Der Unterschied ist aber in zwei Minuten festzustellen – und er entscheidet darüber, ob die Platten einfacher Abfall sind oder als asbesthaltiges Material behandelt werden müssen.

Vier Merkmale, die den Unterschied zeigen

1. Das Gewicht. Das deutlichste Merkmal. Bitumenwellplatten wiegen etwa 3 bis 5 kg/m² – eine Standardplatte lässt sich bequem mit einer Hand anheben. Faserzement-Wellplatten liegen bei 13 bis 16 kg/m², also drei- bis viermal so viel; eine große Welltafel ist eine Zwei-Personen-Last.

2. Die Biegsamkeit. Bitumen ist elastisch. Eine Ecke lässt sich mit der Hand ein Stück biegen, ohne zu brechen. Faserzement ist starr und spröde – er bricht, bevor er sich biegt. Genau deshalb sind alte Asbestzementdächer nicht betretbar.

3. Der Klang. Ein Klopfen mit dem Knöchel: Bitumen gibt einen dumpfen, weichen Ton; Faserzement klingt hell und hart, fast wie eine Fliese.

4. Die Bruch- oder Schnittkante. Hier wird es eindeutig. Bitumenwellplatten zeigen an der Kante faserige, pappeartige Struktur, dunkel durchtränkt. Faserzement zeigt einen mineralischen, grauen Querschnitt wie Beton.

Wichtig: Für Merkmal 4 nicht einfach eine Platte zerbrechen. Wenn der Verdacht auf Faserzement besteht, setzen Sie genau dadurch Fasern frei. Suchen Sie eine Stelle, die ohnehin schon gebrochen ist, oder lassen Sie es prüfen.

Wenn es doch Faserzement ist

Dann gilt das Baujahr als erster Maßstab: In Deutschland wurde Asbest 1993 verboten, in der gesamten EU folgte das Verbot 2005. Faserzementplatten, die vor 1993 verbaut wurden, gelten als asbesthaltig, solange nichts anderes belegt ist.

Spätere Platten sind asbestfrei und tragen häufig eine entsprechende Kennzeichnung auf der Unterseite – ein aufgedrucktes Herstellungsdatum oder ein „AF“- beziehungsweise „NT“-Hinweis. Fehlt jede Kennzeichnung bei einem Dach aus den Achtzigern, wird vom ungünstigeren Fall ausgegangen.

Wie Sie das erkennen, steht ausführlich in Asbestplatten erkennen: Baujahr, Merkmale und sichere Prüfung. Den Rückbau und die Entsorgung übernehmen wir über Eternitplatten entsorgen.

So werden Bitumenwellplatten entsorgt

Steht fest, dass es Bitumenwellplatten sind, ist der Weg vergleichsweise einfach – aber nicht beliebig:

  • Kein gefährlicher Abfall, solange kein Teer im Spiel ist. Bitumenwellplatten moderner Bauart sind erdölbasiert, nicht kohleteerbasiert.
  • Nicht in den gelben Sack und nicht zum Kunststoffrecycling – der Bitumenanteil schließt das aus.
  • Nicht in den Bauschutt. Bauschutt muss mineralisch bleiben; eine Beimischung stuft die Fuhre zu Baumischabfall um.
  • Richtig ist die Erfassung als bitumenhaltiger Dachabfall über eine zugelassene Anlage. Das übernehmen wir unter Bitumenwellplatten entsorgen.

Praktisch sind die Platten angenehm zu handhaben: leicht, stapelbar, und weil sie sich biegen lassen, passen sie auch in einen Big Bag, ohne zerbrochen werden zu müssen. Bei kleinen Flächen – ein Carport, ein Gartenhaus – ist das in einer Stunde erledigt.

Hinweis zu den Preisangaben

Alle genannten Zahlen sind Orientierungswerte und Marktdurchschnitte – sie stellen kein Angebot dar und sind für uns nicht bindend. Stand: Oktober 2026. Deponiegebühren unterscheiden sich je nach Anlage.

Was Ihr Vorhaben tatsächlich kostet, hängt von Menge, Material, Zugang und Schutzaufwand ab. Den genauen Preis nennen wir Ihnen nach einer kostenlosen Einschätzung als Festpreis – 030 544 654 74, WhatsApp oder E-Mail.

Was unter den Platten liegt

Ein Punkt, der regelmäßig übersehen wird: Unter Wellplatten liegt oft noch eine zweite Schicht. Typisch sind:

  • Alte Dachpappe auf der Holzschalung – bei Altbauten möglicherweise teerhaltig
  • Dämmung zwischen den Sparren, bei Baujahren vor 1996 eventuell alte Mineralwolle
  • Bitumenanstriche oder Klebereste auf der Schalung

Deshalb lohnt es sich, vor dem Abdecken einmal von unten zu schauen. Wer nur die Wellplatten einkalkuliert und dann auf Teerpappe stößt, hat mitten im Projekt eine zweite Fraktion und einen anderen Preis.

Woran Sie Teer von Bitumen unterscheiden, steht in Teerpappe oder Bitumen? So erkennen Sie den Unterschied.

Aus der Praxis

Zwei typische Fälle aus unseren Aufträgen: In Steglitz wurde ein Carport in Steglitz abgedeckt, in Brandenburg das Dach einer Scheune mit Wellplatten. In beiden Fällen stand am Anfang dieselbe Frage – Bitumen oder Faserzement –, und in beiden Fällen war sie vor Ort in wenigen Minuten geklärt.

Genau das ist der Grund, warum wir zur Anfrage immer um ein Foto bitten: Ein Bild von der Kante und ein Satz zum Baujahr ersparen allen Beteiligten Mutmaßungen.

Wir arbeiten in ganz Berlin und im Brandenburger Umland – unter anderem in Neukölln, Pankow, Spandau und Falkensee.

Bitumen oder Faserzement?

Gewicht

Bitumen 3–5 kg/m², Faserzement 13–16 kg/m².

Bruchkante

Faserig und pappeartig oder mineralisch grau?

Baujahr

Faserzement vor 1993: Asbest anzunehmen.

Abholung

Leicht und biegsam – passt in den Big Bag.

Häufige Fehler bei Wellplatten

  • Vom Aussehen auf das Material schließen. Verwittert sehen Bitumen und Faserzement gleich aus; Gewicht und Kante entscheiden.
  • Eine Platte zerbrechen, um nachzusehen. Wenn es Faserzement ist, setzen Sie damit genau die Fasern frei, um die es geht.
  • Das Dach betreten. Faserzement ist spröde und bricht ohne Vorwarnung – unabhängig vom Asbestgehalt eine Absturzgefahr.
  • Bitumenwellplatten in den Bauschuttcontainer geben. Macht aus der Bauschuttfuhre teureren Baumischabfall.
  • Nur die Platten einplanen. Darunter liegt häufig noch Dachpappe oder alte Dämmung.

Häufige Fragen zu Bitumenwellplatten

Nein. Bitumenwellplatten bestehen aus organischen Fasern – überwiegend Zellulose – die mit Bitumen getränkt und in Wellenform gepresst werden. Asbest war darin nie enthalten, auch nicht in alten Platten. Der Verdacht entsteht durch die Verwechslung mit Faserzement-Wellplatten.
Am schnellsten über das Gewicht: Bitumenwellplatten liegen bei etwa 3 bis 5 Kilogramm pro Quadratmeter und lassen sich einhändig anheben, Faserzement bei 13 bis 16 Kilogramm. Dazu kommen die Biegsamkeit, ein dumpfer statt heller Klang beim Klopfen und die faserige statt mineralische Bruchkante.
In der Regel nicht. Sie sind erdölbasiert und gelten nicht als gefährlicher Abfall, solange kein Teer beteiligt ist. Sie gehören aber auch nicht in den Kunststoff- oder Bauschuttcontainer, sondern werden als bitumenhaltiger Dachabfall über eine zugelassene Anlage erfasst.
Asbest wurde in Deutschland 1993 verboten, EU-weit 2005. Platten, die vor 1993 verbaut wurden, gelten als asbesthaltig, solange nichts anderes belegt ist. Spätere Platten tragen häufig eine Kennzeichnung auf der Unterseite, etwa ein Herstellungsdatum oder einen Hinweis auf asbestfreie Fertigung.
Bei einem Gartenhaus oder Carport in der Regel ja – die Platten sind leicht, biegsam und ungefährlich im Material. Beachten Sie die Absturzsicherung und prüfen Sie vorher, ob darunter noch Dachpappe oder alte Dämmung liegt. Bei Verdacht auf Faserzement sollten Sie nichts selbst anfassen.
Deutlich weniger als bei asbesthaltigem Material, weil kein Schutzaufwand und kein Sonderabfallweg nötig ist. Der Preis richtet sich nach Fläche, Zugang und ob wir auch abdecken. Nennen Sie uns Fläche und Zugang, dann bekommen Sie einen Festpreis.

Wellplatten – Bitumen oder Asbest?

Ein Foto von der Kante genügt meist.

Schicken Sie uns ein Bild und das Baujahr. Wir sagen Ihnen, welches Material vorliegt, ob Schutzmaßnahmen nötig sind und was Abdecken und Entsorgung kosten – kostenlos und unverbindlich.

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