Eternit & Asbest

Wellasbest oder PVC-Wellplatten? Der Test dauert eine Sekunde

10.10.2026 6 Min. Lesezeit

Der Lichttest

Der Lichttest

Auf Carports, Terrassenüberdachungen und Gewächshäusern liegen oft zwei Plattentypen nebeneinander – und sie werden regelmäßig verwechselt. Die Unterscheidung braucht aber keine Analyse, sondern einen Blick von unten:

Scheint Tageslicht durch die Platte? Dann ist es kein Asbestzement.

Asbestzement – umgangssprachlich Wellasbest oder Eternit – ist ein mineralischer Werkstoff: Zement mit eingebetteten Fasern, vollständig opak. Kein Licht, nicht einmal diffus.

PVC-Lichtwellplatten dagegen sind durchscheinend. Neu sind sie klar, leicht grünlich oder bronzefarben; nach zwanzig Jahren UV-Belastung werden sie trüb, gelblich und brüchig – aber nie undurchsichtig. Genau in diesem vergilbten Zustand entsteht die Verwechslung.

Der Unterschied ist erheblich: Wellasbest ist gefährlicher Abfall mit vorgeschriebenem Entsorgungsweg, PVC nicht. Die Entsorgungskosten liegen um ein Vielfaches auseinander.

Die Merkmale im Vergleich

Wenn der Lichttest nicht möglich ist – etwa bei einer bereits abgetragenen Platte auf dem Hof – helfen diese Merkmale:

  • Gewicht. PVC-Wellplatten liegen bei etwa 1,5 bis 3 kg/m², Asbestzement bei 13 bis 16 kg/m². Eine große Platte, die Sie mit zwei Fingern halten können, ist kein Asbestzement.
  • Biegsamkeit. PVC lässt sich – solange es nicht völlig versprödet ist – deutlich biegen und federt zurück. Asbestzement bricht.
  • Klang. PVC klingt beim Klopfen hell und klappernd wie Hartplastik; Asbestzement dumpf-hart wie eine Steinplatte.
  • Schnittkante. PVC zeigt eine glatte, homogene Kunststoffkante. Asbestzement zeigt einen matten, grauen, mineralischen Querschnitt mit sichtbarer Faserstruktur.
  • Oberfläche. Alter Asbestzement ist fast immer bemoost oder ausgewaschen, mit sichtbar freiliegenden Fasern. PVC vergilbt und wird matt, bemoost aber kaum.

Zwei Tests, die Sie nicht machen sollten: eine Platte zerbrechen, um die Kante zu sehen – bei Asbestzement setzt das Fasern frei. Und eine Ecke anzünden, um am Geruch das Material zu erkennen – brennendes PVC setzt Chlorwasserstoff frei.

Und wenn es Bitumen ist?

Als dritter Typ kommen Bitumenwellplatten infrage – opak wie Asbestzement, aber leicht und biegsam. Sie bestehen aus bitumengetränkten Zellulosefasern und enthielten nie Asbest.

Der Lichttest hilft hier nicht; entscheidend sind Gewicht (3 bis 5 kg/m²) und die faserige, pappeartige Bruchkante. Ausführlich beschrieben haben wir das in Bitumenwellplatten: Besteht ein Asbestverdacht?

Daneben gibt es moderne Lichtplatten aus Polycarbonat oder Acrylglas. Sie sind ebenfalls durchscheinend, deutlich schlagfester als altes PVC und ab den 1990er Jahren verbreitet. Für die Asbestfrage sind sie unkritisch – lichtdurchlässig heißt in allen diesen Fällen: kein Asbestzement.

Kurz zusammengefasst: Lichtdurchlässig → PVC, Polycarbonat oder Acryl. Opak und leicht → Bitumen. Opak und schwer → Faserzement, bei Baujahr vor 1993 asbesthaltig.

Entsorgung: zwei völlig verschiedene Wege

Wellasbest ist gefährlicher Abfall. Die Platten werden plattenweise abgeschraubt statt gebrochen, befeuchtet, staubdicht in Big Bags verpackt und auf einer Deponie der Klasse DK I angenommen – marktüblich bei etwa 180 € pro Tonne. Für Rückbau samt Entsorgung werden häufig 30 bis 70 € pro m² genannt.

PVC-Wellplatten sind kein gefährlicher Abfall, gehören aber auch nicht in jeden Container:

  • Nicht in den Bauschutt – der muss mineralisch bleiben.
  • Nicht in die gelbe Tonne – Verpackungsabfall ist etwas anderes.
  • Nicht verbrennen – der Chlorgehalt macht das zu einer Sache für geeignete Anlagen, nicht für die Tonne oder den Garten.
  • Richtig ist die Erfassung als Baumischabfall beziehungsweise über eine Anlage, die Hart-PVC annimmt.

Hinweis zu den Preisangaben

Alle genannten Zahlen sind Orientierungswerte und Marktdurchschnitte – sie stellen kein Angebot dar und sind für uns nicht bindend. Stand: Oktober 2026. Deponiegebühren unterscheiden sich je nach Anlage.

Was Ihr Vorhaben tatsächlich kostet, hängt von Menge, Material, Zugang und Schutzaufwand ab. Den genauen Preis nennen wir Ihnen nach einer kostenlosen Einschätzung als Festpreis – 030 544 654 74, WhatsApp oder E-Mail.

Worauf Sie beim Abdecken achten

Beide Materialien haben beim Rückbau ihre eigene Tücke – und beide sind nicht betretbar.

Asbestzement ist spröde und bricht ohne Vorwarnung. Dazu kommt die Faserfrage: abschrauben, befeuchten, waagerecht abtragen, nicht werfen. Wie ein Fachbetrieb das macht und was er mitbringen muss, steht in Eternitdach abdecken lassen.

Altes PVC ist nach Jahrzehnten UV-Belastung versprödet und zersplittert beim Lösen in scharfkantige Stücke. Handschuhe und Schutzbrille sind hier nicht übertrieben, und die Platten sollten einzeln gelöst und gestapelt werden, statt sie flächig abzureißen.

In beiden Fällen gilt: Die Befestigung von unten lösen, nicht von oben auf der Fläche stehend. Bei Wellplatten auf Carports und Gewächshäusern reicht dafür meist eine Leiter oder ein kleines Gerüst.

Aus der Praxis

Ein Beispiel aus Steglitz: Bei einem Carport mit Wellplatten war von unten nicht eindeutig zu sagen, was oben lag – bemoost, grau, vergilbt. Vor Ort war es in zwei Minuten klar, und die Platten konnten im richtigen Verfahren abgetragen werden. Größer war der Fall einer Scheune in Brandenburg.

Deshalb unsere Bitte bei jeder Anfrage: ein Foto von unten gegen das Licht. Daran sehen wir meist sofort, worum es geht.

Wir arbeiten in ganz Berlin und im Brandenburger Umland – unter anderem in Neukölln, Pankow, Spandau und Falkensee.

In einer Sekunde unterscheiden

Lichttest

Scheint Licht durch? Dann kein Asbestzement.

Gewicht

PVC 1,5–3 kg/m², Asbestzement 13–16 kg/m².

Baujahr

Faserzement vor 1993: Asbest anzunehmen.

Richtig verpacken

Asbest staubdicht, PVC einzeln gestapelt.

Häufige Fehler bei Wellplatten

  • Nach der Farbe gehen. Vergilbtes PVC und ausgewaschener Asbestzement sehen von weitem gleich aus – der Lichttest nicht.
  • Eine Platte zerbrechen, um die Kante zu sehen. Bei Asbestzement ist das genau der falsche Weg.
  • Eine Ecke anzünden. Brennendes PVC setzt Chlorwasserstoff frei; als Materialtest unbrauchbar und gefährlich.
  • PVC in den Bauschutt geben. Macht aus der Bauschuttfuhre teureren Baumischabfall.
  • Auf die Fläche steigen. Weder Asbestzement noch altes PVC trägt eine Person.

Häufige Fragen zu Wellasbest und PVC

Am schnellsten über die Lichtdurchlässigkeit: Scheint Tageslicht durch die Platte, ist es kein Asbestzement – der ist vollständig opak. Dazu kommen Gewicht (PVC 1,5 bis 3 kg/m², Asbestzement 13 bis 16 kg/m²), Biegsamkeit und die glatte Kunststoffkante gegenüber dem mineralischen Querschnitt.
Nein. PVC-Lichtwellplatten bestehen aus Hart-PVC und enthielten nie Asbestfasern. Die Verwechslung entsteht, weil altes PVC nach Jahrzehnten UV-Belastung trüb, gelblich und brüchig wird – durchscheinend bleibt es aber immer.
Nicht in den Bauschutt und nicht in die gelbe Tonne. Richtig ist die Erfassung als Baumischabfall oder über eine Anlage, die Hart-PVC annimmt. Verbrennen ist wegen des Chlorgehalts keine Option für Tonne oder Garten.
Die Deponiegebühr für asbesthaltiges Material liegt marktüblich bei etwa 180 Euro pro Tonne, für Rückbau samt Entsorgung werden häufig 30 bis 70 Euro pro Quadratmeter genannt. Entscheidend sind Fläche, Dachform, Zugang und Schutzaufwand – den Festpreis nennen wir nach einer Einschätzung.
Nein, und ein Brenntest ist ausdrücklich keine gute Idee: Brennendes PVC setzt Chlorwasserstoff frei. Verlassen Sie sich auf Lichtdurchlässigkeit, Gewicht und Klang – diese drei Merkmale reichen in der Praxis aus.
Die sind ebenfalls asbestfrei und ab den 1990er Jahren verbreitet – deutlich schlagfester als altes PVC. Für die Asbestfrage gilt die gleiche Regel: Lichtdurchlässig bedeutet in allen diesen Fällen, dass es kein Asbestzement ist.

Welche Platten liegen auf Ihrem Carport?

Ein Foto von unten gegen das Licht genügt.

Daran sehen wir meist sofort, ob Asbestzement, PVC oder Bitumen vorliegt. Sie erfahren, welches Verfahren nötig ist und was Abdecken und Entsorgung kosten – kostenlos und unverbindlich.

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