Vor dem ersten Schnitt: Material klären
Bevor Sie das Brecheisen ansetzen, sollten Sie wissen, womit Sie es zu tun haben. Bei Gebäuden bis Baujahr 1970 ist teerhaltige Dachpappe wahrscheinlich – und die verlangt mehr Vorsicht als moderne Bitumenbahnen.
Anhaltspunkte: stechender Geruch an frischen Bruchkanten, sprödes Brechen statt Biegen, mehrere dünne mit schwarzer Masse verklebte Lagen. Sicherheit gibt nur eine Laborprobe. Im Zweifel behandeln Sie das Material als teerhaltig.
Werkzeug und Schutzausrüstung
Was Sie brauchen
- Spachtel oder Dachschaber mit langem Stiel – schont den Rücken
- Brecheisen für festgeklebte Ränder und Aufkantungen
- Cuttermesser mit Hakenklinge, um die Bahnen in tragbare Streifen zu schneiden
- Kuhfuß oder Nagelheber für Dachpappnägel
- Big Bags oder Gitterboxen zum sortenreinen Sammeln
Schutzausrüstung ist keine Formsache
- Handschuhe – Bitumen klebt, Kanten schneiden, Nägel stehen hoch
- Atemschutz FFP2 bei staubigen Arbeiten, besonders bei altem teerhaltigem Material
- Schutzbrille – sprödes Material splittert
- Festes Schuhwerk mit durchtrittsicherer Sohle
- Absturzsicherung ab 3 m Höhe – das ist keine Empfehlung, sondern Vorschrift
Die vier häufigsten Fehler
1. Alles auf einen Haufen
Der teuerste Fehler überhaupt. Bitumen, Holz, Dämmung und Metall gehören in getrennte Bereiche. Die zusätzliche Arbeit von einer halben Stunde spart oft mehrere hundert Euro.
2. In zu großen Stücken arbeiten
Ganze Bahnen sind schwer und unhandlich. Schneiden Sie das Material in Streifen von etwa einem Meter Breite und rollen Sie es auf – so lässt es sich tragen, stapeln und platzsparend verladen.
3. Mit dem Winkelschleifer trennen
Erzeugt Hitze, Staub und bei teerhaltigem Material Dämpfe. Cuttermesser mit Hakenklinge ist langsamer, aber richtig.
4. Reste verbrennen
Das offene Verbrennen von Bauabfällen ist verboten und setzt erhebliche Schadstoffmengen frei. Es gibt keinen Grenzfall, in dem das in Ordnung wäre.