Ein Dach, fünf Abfallarten
Wer zum ersten Mal ein Flachdach saniert, unterschätzt regelmäßig eines: Es fällt nicht ein Abfall an, sondern vier bis fünf verschiedene – und jeder hat seine eigene Einstufung, seinen eigenen Entsorgungsweg und seinen eigenen Preis.
Wer alles in einen Container wirft, zahlt am Ende für die gesamte Menge den Satz des teuersten Bestandteils. Wer trennt, zahlt für jede Fraktion das, was sie tatsächlich kostet. Der Unterschied liegt bei einem mittleren Dach schnell im vierstelligen Bereich.
Was typischerweise herunterkommt
- Dachbahnen – mehrlagig, je nach Alter teerhaltig oder teerfrei
- Dämmung – EPS, PUR-Platten oder alte Mineralwolle
- Holz – Schalung, Lattung, Aufkantungen
- Metall – Randbleche, Kiesfangleisten, Attikaabdeckungen, Nägel
- Kies oder Splitt – bei Kiesdächern die Auflast
Warum die Reihenfolge wichtig ist
Arbeiten Sie von oben nach unten und lagern Sie jede Schicht getrennt, bevor Sie die nächste angehen. Sobald Dämmwolle zwischen die Bahnen gerät oder Holz mit Bitumen vermischt wird, ist die Trennung praktisch nicht mehr wirtschaftlich nachzuholen.
Ein einfacher Trick: drei Bereiche auf der Baustelle markieren, bevor der erste Schnitt gemacht wird. Das kostet zehn Minuten Planung.
Was jede Fraktion ungefähr wiegt
Für die Kalkulation ist das Gewicht entscheidender als die Fläche. Grobe Anhaltspunkte pro Quadratmeter:
| Material | Gewicht je m² | Bei 150 m² Dach |
|---|---|---|
| Bitumenbahn, einlagig | ca. 4–5 kg | ca. 600–750 kg |
| Bitumenbahn, dreilagig | ca. 12–15 kg | ca. 1,8–2,3 t |
| EPS-Dämmung, 10 cm | ca. 2 kg | ca. 300 kg |
| Mineralwolle, 10 cm | ca. 5–10 kg | ca. 750–1.500 kg |
| Kiesauflast, 5 cm | ca. 80–90 kg | ca. 12–13 t |
Die Kiesauflast ist der Posten, den fast alle vergessen – und sie wiegt oft mehr als alles andere zusammen.