Dachziegel sind kein Bauschutt-Sonderfall – aber auch keine Dachpappe
Beim Rückbau eines Ziegeldachs kommen zwei völlig verschiedene Materialströme zusammen: die Ziegel selbst (mineralisch) und die Unterspannbahn oder Dachpappe darunter (bituminös). Die beiden gehören getrennt.
Sortenreine Dachziegel sind einer der günstigsten Bauabfälle überhaupt, weil sie gebrochen und als Recyclingmaterial weiterverwendet werden können. Sobald aber Bitumenreste, Dämmung oder Holz dazwischen liegen, wird daraus Baumischabfall – und der kostet ein Vielfaches.
Was zu den Ziegeln gehört
Tonziegel, Betondachsteine, Firstziegel, Ortgangziegel und Bruchmaterial können zusammen. Auch Ziegel mit Mörtelresten sind unproblematisch – Mörtel ist ebenfalls mineralisch.
Was nicht dazu gehört
Unterspannbahn, Dachpappe, Dämmwolle, Lattung, Nägel, Schneefanggitter und Blechteile. Und ganz besonders: Faserzementplatten. Wenn Ihr Dach vor 1993 gedeckt wurde und statt Ziegeln graue Wellplatten oder Platten im Schieferformat trägt, kann Asbest im Spiel sein – dann nicht anfassen, sondern prüfen lassen.
Wiederverwenden statt entsorgen
Bei alten Handstrichziegeln, Biberschwänzen oder historischen Formaten lohnt der Blick zweimal hin: Für den Denkmalbereich und für Sanierungen werden gebrauchte Ziegel gesucht. Wer sie vorsichtig abnimmt und palettiert, kann sie oft verkaufen statt für die Entsorgung zu zahlen.
Voraussetzung: unbeschädigt, frei von Mörtel und in ausreichender Stückzahl. Für ein normales Betondachstein-Dach der 1980er Jahre lohnt sich der Aufwand dagegen nicht.